Sexreport 2026: So liebt die Schweiz von Uri bis Freiburg
Von Bitch.ch Redaktion • 30. August 2026 • 0 Kommentare
Wie viele Sexualpartner haben Schweizerinnen und Schweizer im Laufe ihres Lebens? In welchem Alter erleben sie ihr erstes Mal? Und wie zufrieden ist das Land eigentlich mit seinem Liebesleben? Der neue Sexreport 2026, eine repräsentative Umfrage unter mehr als 1200 Personen, liefert erstmals seit Jahren wieder belastbare Zahlen zum Sexualleben der Schweiz, und zeigt dabei erstaunlich grosse Unterschiede zwischen den Kantonen. Während in Uri fast die Hälfte der Befragten angibt, nur eine einzige Sexualpartnerin oder einen einzigen Sexualpartner gehabt zu haben, präsentiert sich Freiburg deutlich abenteuerlustiger. Wir haben die wichtigsten Ergebnisse zusammengetragen und ordnen ein, was sie über die Sexualität in der Schweiz verraten.
Wie wurde der Sexreport 2026 erhoben?
Für den Sexreport wurden im Sommer 2026 insgesamt 1269 sexuell erfahrene Personen zwischen 18 und 79 Jahren in der Schweiz online befragt. Die Hauptbefragung ist nach Alter, Geschlecht und Sprachregion repräsentativ. Damit auch Aussagen über einzelne Kantone möglich sind, wurde die Stichprobe für die kantonalen Vergleiche auf 1828 Personen erweitert. In Auftrag gegeben hat die Studie ein Schweizer Kondomhersteller, ein Absender, der naturgemäss ein Interesse an Aufklärung und sexueller Gesundheit hat, dessen Zahlen aber von mehreren grossen Schweizer Medien unabhängig aufgegriffen und eingeordnet wurden.
Wichtig für die Interpretation: Wie bei allen Umfragen zu intimen Themen handelt es sich um Selbstauskünfte. Ob jemand bei der Zahl der Sexualpartner auf- oder abrundet, lässt sich nicht überprüfen. Die Forschung zeigt allerdings, dass anonyme Online-Befragungen bei sensiblen Themen ehrlichere Antworten liefern als persönliche Interviews. Die Grössenordnungen dürften also stimmen.
In welchem Alter erleben Schweizerinnen und Schweizer ihr erstes Mal?
Im Schnitt waren die Befragten beim ersten Geschlechtsverkehr gut 20 Jahre alt. Hinter diesem Durchschnitt verbergen sich jedoch deutliche Unterschiede zwischen den Geschlechtern: 42 Prozent der Frauen geben an, beim ersten Mal jünger als 17 gewesen zu sein, bei den Männern sind es nur 26 Prozent.
Auch regional driftet die Schweiz auseinander. Am längsten warten die Menschen im Jura: Dort waren die Befragten beim ersten Mal im Schnitt 25 Jahre alt. Am frühesten startet der Kanton Luzern mit durchschnittlich knapp 19 Jahren. Wer also glaubt, die Innerschweiz sei in Liebesdingen besonders zurückhaltend, wird vom Sexreport eines Besseren belehrt, zumindest, was den Zeitpunkt des ersten Mals betrifft.
Wie viele Sexualpartner sind in der Schweiz üblich?
Die vielleicht meistdiskutierte Zahl der Umfrage ist der sogenannte Bodycount, die Zahl der Menschen, mit denen man im Laufe des Lebens geschlafen hat. Das Ergebnis dürfte viele überraschen, die von sozialen Medien ein anderes Bild vermittelt bekommen: In der Schweiz dominiert das Mittelmass.
- 74 Prozent der Befragten hatten Sex mit zehn Personen oder weniger.
- Die am häufigsten genannte Kategorie ist zwei bis drei Sexualpartner (23 Prozent).
- Nur 21 Prozent geben an, im Laufe des Lebens mit mehr als zehn Personen geschlafen zu haben.
Auch bei den Singles zeigt sich ein nüchternes Bild: 52 Prozent der befragten Alleinstehenden hatten in den vier Wochen vor der Umfrage mit niemandem Sex, 27 Prozent mit genau einer Person. Nur neun Prozent nannten zwei oder mehr Personen. Offene Möglichkeiten bedeuten also keineswegs automatisch viele wechselnde Kontakte.
Warum unterscheiden sich die Kantone so stark?
Der Blick auf die Kantone ist das eigentliche Herzstück des Sexreports, und er zeigt eine Schweiz der Gegensätze. Im Kanton Uri geben 44 Prozent der Befragten an, in ihrem Leben nur eine einzige Sexualpartnerin oder einen einzigen Sexualpartner gehabt zu haben. Am anderen Ende der Skala steht Freiburg: Dort berichten zwölf Prozent von mehr als 30 Sexualpartnerinnen und -partnern, der höchste Wert im gesamten Kantonsvergleich.
Besonders eindrücklich ist der Vergleich der beiden Basel: In Basel-Stadt geben 33 Prozent mehr als zehn Sexualpartner an, im direkt angrenzenden Basel-Landschaft sind es gerade einmal fünf Prozent. Geografisch liegen die Halbkantone nebeneinander, beim Liebesleben trennen sie Welten.
Eine abschliessende Erklärung liefert die Umfrage nicht, doch mehrere Faktoren dürften zusammenspielen: Urbanität ist der offensichtlichste. Städte wie Basel oder Zürich ziehen jüngere, mobilere Menschen an, das Kennenlernen ist einfacher, die soziale Kontrolle geringer. In ländlichen Kantonen mit kleineren Gemeinden spielen langjährige Beziehungen und traditionellere Lebensentwürfe eine grössere Rolle. Auch das Durchschnittsalter der Bevölkerung, konfessionelle Prägungen und die Anonymität des städtischen Lebens beeinflussen, wie offen Menschen ihre Sexualität leben, und wie offen sie darüber Auskunft geben.
Wie zufrieden ist die Schweiz mit ihrem Sexleben?
Die gute Nachricht zuerst: Eine Mehrheit von 56 Prozent ist mit dem eigenen Sexleben zufrieden. 16 Prozent beurteilen es neutral. Doch immerhin ein Fünftel der Schweizerinnen und Schweizer ist unzufrieden: das ist jede fünfte Person.
Interessant wird es bei der Frage nach der Häufigkeit: 40 Prozent hätten gerne öfter Sex, nur zwei Prozent seltener. Der Wunsch nach mehr ist bei Männern mit 51 Prozent deutlich verbreiteter als bei Frauen mit 30 Prozent. Zufriedenheit und Frequenz sind also zwei verschiedene Dinge: Viele sind mit der Qualität ihres Liebeslebens im Reinen, wünschen sich aber schlicht mehr davon.
Wie steht es um Tests auf sexuell übertragbare Infektionen?
Ein bedenkliches Bild zeichnet der Sexreport beim Thema sexuelle Gesundheit. Zwar fühlen sich 73 Prozent der Befragten gut über sexuell übertragbare Infektionen (STI) informiert, und 31 Prozent hatten schon einmal Angst vor einer Ansteckung. Beim Testen klafft jedoch eine grosse Lücke: 48 Prozent wurden noch nie auf STI getestet, nur neun Prozent innerhalb des letzten Jahres.
Immerhin: Die Jungen sind deutlich verantwortungsbewusster. Bei den 18- bis 29-Jährigen liessen sich 22 Prozent im vergangenen Jahr testen, elfmal mehr als in der Altersgruppe der 60- bis 79-Jährigen. Das ist auch dringend nötig, denn die Fallzahlen bei Infektionen wie Gonorrhoe sind in der Schweiz zuletzt spürbar gestiegen. Wer regelmässig wechselnde Kontakte hat, sollte sich mindestens einmal jährlich testen lassen. Beratungsstellen für sexuelle Gesundheit gibt es in jedem Kanton, viele Tests sind anonym möglich.
Was bedeutet der Sexreport für die Erotik-Szene in der Schweiz?
Für die legale Schweizer Erotik-Branche sind die Zahlen aufschlussreich. Sie zeigen ein Land, in dem Sexualität mehrheitlich entspannt, aber keineswegs überall gleich gelebt wird. Die grosse Gruppe der Singles ohne regelmässige Intimkontakte und die 40 Prozent, die sich mehr Sex wünschen, erklären, warum professionelle und diskrete Angebote hierzulande eine stabile Nachfrage haben, von klassischen Escort-Services bis zu sinnlichen erotischen Massagen.
Die kantonalen Unterschiede spiegeln sich auch im Angebot wider: In urbanen Zentren wie Zürich, Bern oder Luzern ist die Dichte an Studios, Agenturen und selbstständigen Anbieterinnen deutlich höher als in ländlichen Regionen, wobei gerade Kantone wie der Aargau als Einzugsgebiet zwischen den grossen Städten eine wichtige Rolle spielen. Und nicht zuletzt unterstreicht die Testlücke bei den STI, wie wichtig der professionelle Umgang mit Schutz und Gesundheit ist, den seriöse Anbieterinnen in der Schweiz seit Jahren pflegen. Mehr Hintergründe zu Recht, Gesundheit und Branche finden Sie laufend in unserem Blog.
Häufige Fragen zum Sexreport 2026
Was ist der Sexreport 2026?
Der Sexreport 2026 ist eine repräsentative Online-Umfrage unter 1269 sexuell erfahrenen Personen zwischen 18 und 79 Jahren in der Schweiz. Für kantonale Vergleiche wurde die Stichprobe auf 1828 Personen erweitert. Befragt wurde unter anderem zu erstem Mal, Zahl der Sexualpartner, Zufriedenheit und STI-Tests.
Wie viele Sexualpartner haben Schweizerinnen und Schweizer im Schnitt?
74 Prozent der Befragten hatten im Laufe des Lebens Sex mit zehn oder weniger Personen. Die häufigste Antwort war die Kategorie zwei bis drei Sexualpartner mit 23 Prozent. Nur 21 Prozent geben mehr als zehn Sexualpartner an.
In welchem Kanton ist der Bodycount am tiefsten und wo am höchsten?
Am tiefsten ist der Bodycount im Kanton Uri, wo 44 Prozent nur eine Sexualpartnerin oder einen Sexualpartner angeben. Am höchsten liegt Freiburg: Dort berichten zwölf Prozent von mehr als 30 Sexualpartnern. Auffällig ist auch der Kontrast zwischen Basel-Stadt (33 Prozent mit mehr als zehn Partnern) und Basel-Landschaft (fünf Prozent).
Wie viele Menschen in der Schweiz wurden noch nie auf STI getestet?
48 Prozent der Befragten wurden noch nie auf sexuell übertragbare Infektionen getestet. Nur neun Prozent liessen sich im letzten Jahr testen. Junge Erwachsene zwischen 18 und 29 Jahren testen sich mit 22 Prozent deutlich häufiger als ältere Generationen.
Fazit
Der Sexreport 2026 räumt mit einigen Klischees auf. Die Schweiz liebt mehrheitlich beständig und im Mittelmass: Drei Viertel der Bevölkerung hatten zehn oder weniger Sexualpartner, das erste Mal findet im Schnitt mit rund 20 Jahren statt, und mehr als die Hälfte ist mit ihrem Sexleben zufrieden. Gleichzeitig zeigt die Umfrage eine erstaunliche Vielfalt zwischen den Kantonen, vom zurückhaltenden Uri bis zum abenteuerlustigen Freiburg, vom späten Jura bis zum frühen Luzern. Die grösste Baustelle bleibt die sexuelle Gesundheit: Dass fast die Hälfte der Bevölkerung noch nie einen STI-Test gemacht hat, passt nicht zu einem Land, das sich sonst gerne auf sein Gesundheitswesen etwas zugutehält. Wer sein Liebesleben aktiv gestaltet, ob privat oder mit professionellen Angeboten, tut gut daran, Schutz und regelmässige Tests selbstverständlich dazuzunehmen.
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